artefaktur
software engineer &        architecture

 
 
 
 

Produkt Neue Menüs für Windows 1.46

Neue Menüs für Windows 1.46 ist Programmpaket, das ein Multiuser-fähiges Menüsystem als Shell, einen Virtuellen Desktop, eine Erweiterung der Funktionalität von Windowsmenüs, sowie kontextsensitve Popupemenüs für Windowsprogramme enthält.

Zeit: 1993-1997.
Position: Entwickler, Vertrieb.
Technologien: C++, Windows 3.1/95/NT

Windows auf Ihrer Fingerspitze!

Neue Menüs für Windows 1.46 ist Programmpaket, das ein Multiuser-fähiges Menüsystem als Shell, einen Virtuellen
Desktop, eine Erweiterung der Funktionalität von Windowsmenüs, sowie kontextsensitve
Popupemenüs für Windowsprogramme enthält. Neue
Menüs für Windows 1.46 schafft dadurch eine
Arbeitsumgebung für MS Windows 3.1, Windows 95 und NT (mit Einschränkungen), die sich
den Window-Manager von X-Windows (Windows-Oberfläche von UNIX, z.B. Motif und OpenLook)
und der 'Chicago' GUI anlehnt.

Das Menüsystem

Der Kern des Programmes besteht aus einem Programm-Manager
Ersatz in Form eines Popupmenüs, das man jederzeit, an jedem Ort mit der rechten oder
mittleren Maustaste aufrufen kann. Dieses Popupmenü kann beliebig viele Untermenüs
enthalten (wie Verzeichnisse bei einem Dateisystem). Die Menüpunkte können Programme,
Dokumente oder einige andere Dinge darstellen - aber dazu weiter unten. Der Begriff 'Popup
Menü' ist etwas unscharf - Es sieht anders aus und verhält sich teilweise auch anders:
Von allen Programmen, Dokumenten werden in einem Menüpunkt links kleine Symbole
dargestellt. Je nach Belieben können diese 32, 24 oder 16 Pixel groß sein, selbst
animierte Icons sind möglich. Standardmäßig werden wie im Programm-Manager die Symbole
von Programmen angezeigt. Bei Dokumenten werden die Icons der verknüpften Programme
angezeigt. Es ist aber auch möglich, eigene Icons den einzelnen Menüpunkten zuzuweisen.
Neben dem Icon wird der Name des Programms, Dokument usw. angezeigt. Die Schriftart und
deren Größe ist dabei frei wählbar. Das Ganze wird durch eine graphische Darstellung
umrahmt. Auch hier kann man zwischen 4 verschiedenen Stilen auswählen; z.B. ob die Menüs
mehr so, wie unter OpenLook, oder so, wie unter Motif auszusehen haben. Die Farben für
die Menüpunkte lassen sich individuell einstellen. Für jedes Untermenü kann man
bestimmen, ob nur die Symbole, nur den Text oder beides dargestellt werden soll.

Doch das Menü hat noch eine funktionelle Eigenschaft, die es normalerweise unter
Windows gar nicht gibt: Man kann die Menüs festpinnen, so daß sie auf dem Desktop
verbleiben und nicht beim nächsten Klick irgendwohin wieder verschwinden. Dieses
Zwitterding zwischen Menü und Fenster, kann man verschieben, zusammenrollen, wieder
schließen: Die Funktionalität von Menüs (mit Untermenüs) bleibt jedoch erhalten.

Man kann als Menüpunkte ähnlich wie beim Programm-Manager dialoggestützt oder via
drag'n drop einzelne Untermenüs, Programme und Dokumente einbinden. Vor allem für Anfang
sehr hilfreich, werden die im Programm-Manager installierten Programme in die
Menüstruktur eingebunden. Es lassen sich auch einzelne Gruppen (grp-Dateien) vom
Programm-Manager in die Menüstruktur einklinken.
Für ein dokumenten- und projektorientiertes Arbeiten ist dieses Vorgehen jedoch meist
zu mühsam. Aus diesem Grunde gibt es auch die Möglichkeit ein Suchmuster als Menüpunkt
anzugeben: In dem (Unter-)Menü erscheinen dann alle passenden Dateien.
Man kann auch ganze Festplattenverzeichnisse in die Menüstruktur einbinden: Die
Dateien des Verzeichnisses sind dann als Menüpunkte und die Unterverzeichnisse als
Untermenüs verfügbar.
Beide dieser generischen Menüarten kann man sich nach Name, Typ, Größe und Zeit
vorwärts oder rückwärts sortiert anzeigen lassen.



Festgepinnte Menüs unterstützen Drag'n Drop mit dem Datei-Manager, sowohl um einen
neuen Menüpunkt einzufügen, als auch um Dateien mit einem Programm zu öffnen, das in
einem festgepinnten Menü konfiguriert wurde.
Man kann aber nicht nur Dateien mit Menüpunkten ausführen/öffnen, sondern auch
Funktionen aus einer DLL und Windows-Systemfunktionen aufrufen. Es ist ebenfalls möglich
mit einem Menüpunkt auch kleine Tastaturmakros ablaufen zu lassen. Ganze Untermenüs
lassen sich als Batches ausführen.
In einem speziellen Untermenü kann man sich die geöffneten Tasks (auch die
versteckten) anzeigen lassen und zu diesen wechseln, man kann sie terminieren, verstecken
und wieder zum Vorschein bringen. In einen anderen Untermenü kann man sich die
verfügbaren Drucker anzeigen lassen, mit einem Klick den aktiven Systemdrucker wechseln
und/oder Druckereinstellungen ändern. Via drag'n drop läßt sich schnell eine Datei auf
einem bestimmten Drucker ausdrucken. In einem anderen Untermenü wird eine
History-Funktion bereitgestellt. Die einzelnen Elemente Systemsteuerung sind direkt
zugreifbar.
Weitere Sonderfunktionen sollen hier nur ein mit Stichworten benannt werden: Windows
oder DOS rebooten; Windows beenden, DOS-Programm ausführen und dann Windows wieder
starten; Alles, in allen Programmen sichern, Desktop Sichern (Programme und deren
Positionen werden beim Neustart wieder hergestellt), Symbole aufräumen, Fenster
nebeneinander, übereinander, überlappend; Bildschirmschoner anschalten.
Zum Aufrufen des Menüs werden verschiedene Tastatur-/Maustasten-Kombinationen
unterstützt. Die rechte Maustaste, die mittlere Maustaste (oder auch eine Emulation der
mittleren Maustaste) und die Tastatur können zum Aufrufen des Menüs benutzt werden. Alle
Untermenüs oder Menüpunkte können auch mit globalen Hotkeys aufgerufen werden.
Alle Einstellungen lassen sich komfortabel in Dialogen einstellen. Für das Editieren
der Menüstruktur gibt es einen 'visuellen' Editor.

Virtueller Desktop und Fenstermanagement

Von dem X-Window System sind zwei weitere Funktionen
übernommen.
Mit dem integrierten Virtuellen Desktop kann man eine Bildschirmfläche bis zu 64 mal
so groß wie die physikalisch vorhandene Bildschirmfläche verwalten. Durch ein kleines
Fenster, in dem der ganze verwaltbare Desktopbereich dargestellt wird, läßt sich leicht
von einem Teil des Virtuellen Desktops zu einem anderen wechseln. Die Programmfenster
lassen sich in der Gesamtfläche des Virtuellen Desktops beliebig positionieren.
Arbeitet man oft mit mehreren Programmfenstern gleichzeitig, braucht man um ein Fenster
zu aktivieren nicht mehr mit der linken Maustaste auf das Fenster zu klicken. Statt dessen
wird das Fenster automatisch aktiviert, wenn sich der Mauszeiger über dem Fenster
befindet. Hierbei sind zwischen zwei Modi verfügbar. Bei einem Modus wird das aktivierte
Fenster in den Vordergrund gebracht; bei dem anderen Modi wird die Stapelreihenfolge der
Fenster beibehalten.

Erweiterung der Dropdown-Menüs von beliebigen Windowsprogrammen

Wird ein normales Menü eines Windowsprogrammes (z.B.
Datei, Bearbeiten, etc.) mit der rechten Maustaste geöffnet, so erscheint das
entsprechende Drop-Down Menü in dem gewählten GUI-Stil. Außerdem enthält dieses Menü
eine Stecknadel, mit der das Menü auf den Desktop festpinnen kann. So kann oft gebrauchte
Menüpunkte in einem Programm direkt auswählen, ohne erst das entsprechende Menü in der
Menüleiste auszuwählen. Arbeitet man z.B. in einem Programm mit mehreren Dokumenten
gleichzeitig, kann man sich das Menü "Fenster" auf den Desktop pinnen, um so
schnell zwischen den verschiedenen Dokumenten hin und her zu blättern.
Eine weitere Erweiterung findet das Systemmenü - Auch hier ist der Schlüssel zu einem
erweiterten Systemmenü die rechte Maustaste.
Bestehende Menüpunkte, wie "Wiederherstellen" usw. werden durch Symbole
visualisiert. Weitere Funktionen, wie das Festpinnen oder Verstecken eines
Programmfensters, erweitern die Funktion der Systemmenüs. Statt dem Menüpunkt
"Wechseln zu ..." erscheint ein Untermenü, in dem alle Tasks aufgelistet werden
(s.o.). Auch können eigene Menüpunkte und ganze Menüstrukturen in die Systemmenüs
einklinkt werden.

Erweiterung von Standardkontrollelementen

Immer mehr Programme benutzen kontextsensitive Popupmenüs,
um einen direkten Zugriff auf die gerade editierten Objekte zu ermöglichen. Mit den Neue
Menüs für Windows besteht sogar die Möglichkeit, solche kontextsensitive Popupmenüs
nachträglich für Windowsprogramme zu definieren. Folgende Windows-Elemente sind schon
mit einem kontextsensitiven Popupmenü ausgestattet:
Datei-Manager: Verzeichnis / Markierte Dateien als Text kopieren (kann man zum Beispiel
im einer DOS-Box als Programmargumente weiter verwenden). Markierte Dateien in einen
selbst definierten Dateieditor oder in einen Dateibetrachter laden. Dateien drucken.


DOS-Boxen: Markieren, Kopieren, Einfügen.

Textedierfelder (fast überall, wo man Text eingeben kann): Kopieren, Einfügen,
Ausschneiden, Rückgängig, Alles Markieren, Suchen, Sichern in eine Datei (ANSI, ASCII
und UNIX-Format), In Klein-/Großschreibung umwandeln, Statistik über das Texteditfeld.
Außerdem kann man ASCII oder ANSI Texte formatieren (links-, rechtsbündig, zentriert,
Blocksatz, Einzüge etc.)
Listen: Kopieren
Laufleisten: Ganz nach oben, unten, links, rechts.
Mit dem mitgelieferten Programm ExtrMNU lassen sich von bestehenden Windowsprogrammen
die Menüleiste kontextsensitive Menüs extrahieren.

Konfiguration für mehrere Benutzer

Neue Menüs für Windows unterstützt verschiedene
Konfigurationen für unterschiedliche Benutzer. Schon beim Start von Windows kann via
Kommandozeile oder einer Login-Prozedur mit Paßwortabfrage eine individuelle
Konfiguration ausgewählt werden. Der Benutzer kann externe Menüdateien, in seine
Menüstruktur einbinden. Diese externen Menüdateien können in einem gemeinsamen
Verzeichnis von einem Systemverwalter gepflegt werden. Damit die gemeinsam genutzten
Untermenüs nicht aus Versehen gelöscht oder geändert werden können, lassen sie sich
gegen Änderungen sperren.
Es können für verschiedene Benutzer verschiedene Restriktionen eingerichtet werden.

Innere Werte

Im Gegensatz zu den meisten Windows-Shells hält sich der
Ressourcenverbrauch von Neue Menüs für Windows in bescheidenen Grenzen und ist in etwa
vergleichbar mit dem des Programm-Managers. In Zahlen: ca. 40 KB resident (nicht
verwerfbar) und ca. 2% Systemressourcen (Minimum, d.h. ohne festgepinnte Menüs). Nachdem
ein Menü aufgerufen und wieder geschlossen wurde, werden alle Ressourcen freigegeben; nur
das Minimum, um ein Fenster am Leben zu erhalten, ist in Anspruch genommen.
Unter der Voraussetzung, daß mindestens ein Festplatten-Cache von 256 KB installiert
ist, ist das Programm schon mit einem 286er bei 16 MHz einsetzbar. Neue Menüs für
Windows läuft unter Windows Version 3.1 und höher. Meines Wissens werden alle Mäuse (MS
Mäuse leider nur mit 2 Maustasten), Trackballs und Tabletts unterstützt. Auch auf
Laptops ohne Maus läßt sich das Menü benutzen.


See also:

 
Last modified 2012-11-27 21:55 by rkommer By Artefaktur, Ing. Bureau Kommer