2006/05/02

Edit

     
 

Produkt Neue Menüs für Windows 1.46

artefaktur

Neue Menüs für Windows 1.46 ist Programmpaket, das ein Multiuser-fähiges Menüsystem als Shell, einen Virtuellen Desktop, eine Erweiterung der Funktionalität von Windowsmenüs, sowie kontextsensitve Popupemenüs für Windowsprogramme enthält.

Zeit: 1993-1997.
Position: Entwickler, Vertrieb.
Technologien: C++, Windows 3.1/95/NT

Inhalt dieses Kapitels:

   Windows auf Ihrer Fingerspitze!
   Das Menüsystem
   Virtueller Desktop und Fenstermanagement
   Erweiterung der Dropdown-Menüs von beliebigen Windowsprogrammen
   Erweiterung von Standardkontrollelementen
   Konfiguration für mehrere Benutzer
   Innere Werte

 Windows auf Ihrer Fingerspitze!

Neue Menüs für Windows 1.46 ist Programmpaket, das ein Multiuser-fähiges Menüsystem als Shell, einen Virtuellen Desktop, eine Erweiterung der Funktionalität von Windowsmenüs, sowie kontextsensitve Popupemenüs für Windowsprogramme enthält. Neue Menüs für Windows 1.46 schafft dadurch eine Arbeitsumgebung für MS Windows 3.1, Windows 95 und NT (mit Einschränkungen), die sich den Window-Manager von X-Windows (Windows-Oberfläche von UNIX, z.B. Motif und OpenLook) und der 'Chicago' GUI anlehnt.

 Das Menüsystem

Der Kern des Programmes besteht aus einem Programm-Manager Ersatz in Form eines Popupmenüs, das man jederzeit, an jedem Ort mit der rechten oder mittleren Maustaste aufrufen kann. Dieses Popupmenü kann beliebig viele Untermenüs enthalten (wie Verzeichnisse bei einem Dateisystem). Die Menüpunkte können Programme, Dokumente oder einige andere Dinge darstellen - aber dazu weiter unten. Der Begriff 'Popup Menü' ist etwas unscharf - Es sieht anders aus und verhält sich teilweise auch anders: Von allen Programmen, Dokumenten werden in einem Menüpunkt links kleine Symbole dargestellt. Je nach Belieben können diese 32, 24 oder 16 Pixel groß sein, selbst animierte Icons sind möglich. Standardmäßig werden wie im Programm-Manager die Symbole von Programmen angezeigt. Bei Dokumenten werden die Icons der verknüpften Programme angezeigt. Es ist aber auch möglich, eigene Icons den einzelnen Menüpunkten zuzuweisen. Neben dem Icon wird der Name des Programms, Dokument usw. angezeigt. Die Schriftart und deren Größe ist dabei frei wählbar. Das Ganze wird durch eine graphische Darstellung umrahmt. Auch hier kann man zwischen 4 verschiedenen Stilen auswählen; z.B. ob die Menüs mehr so, wie unter OpenLook, oder so, wie unter Motif auszusehen haben. Die Farben für die Menüpunkte lassen sich individuell einstellen. Für jedes Untermenü kann man bestimmen, ob nur die Symbole, nur den Text oder beides dargestellt werden soll.

menu.gif (9588 Byte)

Doch das Menü hat noch eine funktionelle Eigenschaft, die es normalerweise unter Windows gar nicht gibt: Man kann die Menüs festpinnen, so daß sie auf dem Desktop verbleiben und nicht beim nächsten Klick irgendwohin wieder verschwinden. Dieses Zwitterding zwischen Menü und Fenster, kann man verschieben, zusammenrollen, wieder schließen: Die Funktionalität von Menüs (mit Untermenüs) bleibt jedoch erhalten.

olock.gif (2272 Byte)

Man kann als Menüpunkte ähnlich wie beim Programm-Manager dialoggestützt oder via drag'n drop einzelne Untermenüs, Programme und Dokumente einbinden. Vor allem für Anfang sehr hilfreich, werden die im Programm-Manager installierten Programme in die Menüstruktur eingebunden. Es lassen sich auch einzelne Gruppen (grp-Dateien) vom Programm-Manager in die Menüstruktur einklinken.

Für ein dokumenten- und projektorientiertes Arbeiten ist dieses Vorgehen jedoch meist zu mühsam. Aus diesem Grunde gibt es auch die Möglichkeit ein Suchmuster als Menüpunkt anzugeben: In dem (Unter-)Menü erscheinen dann alle passenden Dateien.

Man kann auch ganze Festplattenverzeichnisse in die Menüstruktur einbinden: Die Dateien des Verzeichnisses sind dann als Menüpunkte und die Unterverzeichnisse als Untermenüs verfügbar.

Beide dieser generischen Menüarten kann man sich nach Name, Typ, Größe und Zeit vorwärts oder rückwärts sortiert anzeigen lassen.

olock.gif (2272 Byte)

Festgepinnte Menüs unterstützen Drag'n Drop mit dem Datei-Manager, sowohl um einen neuen Menüpunkt einzufügen, als auch um Dateien mit einem Programm zu öffnen, das in einem festgepinnten Menü konfiguriert wurde.

Man kann aber nicht nur Dateien mit Menüpunkten ausführen/öffnen, sondern auch Funktionen aus einer DLL und Windows-Systemfunktionen aufrufen. Es ist ebenfalls möglich mit einem Menüpunkt auch kleine Tastaturmakros ablaufen zu lassen. Ganze Untermenüs lassen sich als Batches ausführen.

In einem speziellen Untermenü kann man sich die geöffneten Tasks (auch die versteckten) anzeigen lassen und zu diesen wechseln, man kann sie terminieren, verstecken und wieder zum Vorschein bringen. In einen anderen Untermenü kann man sich die verfügbaren Drucker anzeigen lassen, mit einem Klick den aktiven Systemdrucker wechseln und/oder Druckereinstellungen ändern. Via drag'n drop läßt sich schnell eine Datei auf einem bestimmten Drucker ausdrucken. In einem anderen Untermenü wird eine History-Funktion bereitgestellt. Die einzelnen Elemente Systemsteuerung sind direkt zugreifbar.

Weitere Sonderfunktionen sollen hier nur ein mit Stichworten benannt werden: Windows oder DOS rebooten; Windows beenden, DOS-Programm ausführen und dann Windows wieder starten; Alles, in allen Programmen sichern, Desktop Sichern (Programme und deren Positionen werden beim Neustart wieder hergestellt), Symbole aufräumen, Fenster nebeneinander, übereinander, überlappend; Bildschirmschoner anschalten.

Zum Aufrufen des Menüs werden verschiedene Tastatur-/Maustasten-Kombinationen unterstützt. Die rechte Maustaste, die mittlere Maustaste (oder auch eine Emulation der mittleren Maustaste) und die Tastatur können zum Aufrufen des Menüs benutzt werden. Alle Untermenüs oder Menüpunkte können auch mit globalen Hotkeys aufgerufen werden.

Alle Einstellungen lassen sich komfortabel in Dialogen einstellen. Für das Editieren der Menüstruktur gibt es einen 'visuellen' Editor.

 Virtueller Desktop und Fenstermanagement

Von dem X-Window System sind zwei weitere Funktionen übernommen.

Mit dem integrierten Virtuellen Desktop kann man eine Bildschirmfläche bis zu 64 mal so groß wie die physikalisch vorhandene Bildschirmfläche verwalten. Durch ein kleines Fenster, in dem der ganze verwaltbare Desktopbereich dargestellt wird, läßt sich leicht von einem Teil des Virtuellen Desktops zu einem anderen wechseln. Die Programmfenster lassen sich in der Gesamtfläche des Virtuellen Desktops beliebig positionieren.

Arbeitet man oft mit mehreren Programmfenstern gleichzeitig, braucht man um ein Fenster zu aktivieren nicht mehr mit der linken Maustaste auf das Fenster zu klicken. Statt dessen wird das Fenster automatisch aktiviert, wenn sich der Mauszeiger über dem Fenster befindet. Hierbei sind zwischen zwei Modi verfügbar. Bei einem Modus wird das aktivierte Fenster in den Vordergrund gebracht; bei dem anderen Modi wird die Stapelreihenfolge der Fenster beibehalten.

 

 Erweiterung der Dropdown-Menüs von beliebigen Windowsprogrammen

Wird ein normales Menü eines Windowsprogrammes (z.B. Datei, Bearbeiten, etc.) mit der rechten Maustaste geöffnet, so erscheint das entsprechende Drop-Down Menü in dem gewählten GUI-Stil. Außerdem enthält dieses Menü eine Stecknadel, mit der das Menü auf den Desktop festpinnen kann. So kann oft gebrauchte Menüpunkte in einem Programm direkt auswählen, ohne erst das entsprechende Menü in der Menüleiste auszuwählen. Arbeitet man z.B. in einem Programm mit mehreren Dokumenten gleichzeitig, kann man sich das Menü "Fenster" auf den Desktop pinnen, um so schnell zwischen den verschiedenen Dokumenten hin und her zu blättern.

Eine weitere Erweiterung findet das Systemmenü - Auch hier ist der Schlüssel zu einem erweiterten Systemmenü die rechte Maustaste.

Bestehende Menüpunkte, wie "Wiederherstellen" usw. werden durch Symbole visualisiert. Weitere Funktionen, wie das Festpinnen oder Verstecken eines Programmfensters, erweitern die Funktion der Systemmenüs. Statt dem Menüpunkt "Wechseln zu ..." erscheint ein Untermenü, in dem alle Tasks aufgelistet werden (s.o.). Auch können eigene Menüpunkte und ganze Menüstrukturen in die Systemmenüs einklinkt werden.

 Erweiterung von Standardkontrollelementen

Immer mehr Programme benutzen kontextsensitive Popupmenüs, um einen direkten Zugriff auf die gerade editierten Objekte zu ermöglichen. Mit den Neue Menüs für Windows besteht sogar die Möglichkeit, solche kontextsensitive Popupmenüs nachträglich für Windowsprogramme zu definieren. Folgende Windows-Elemente sind schon mit einem kontextsensitiven Popupmenü ausgestattet:

Datei-Manager: Verzeichnis / Markierte Dateien als Text kopieren (kann man zum Beispiel im einer DOS-Box als Programmargumente weiter verwenden). Markierte Dateien in einen selbst definierten Dateieditor oder in einen Dateibetrachter laden. Dateien drucken.

olock.gif (2272 Byte)

DOS-Boxen: Markieren, Kopieren, Einfügen.

olock.gif (2272 Byte)

Textedierfelder (fast überall, wo man Text eingeben kann): Kopieren, Einfügen, Ausschneiden, Rückgängig, Alles Markieren, Suchen, Sichern in eine Datei (ANSI, ASCII und UNIX-Format), In Klein-/Großschreibung umwandeln, Statistik über das Texteditfeld. Außerdem kann man ASCII oder ANSI Texte formatieren (links-, rechtsbündig, zentriert, Blocksatz, Einzüge etc.)

Listen: Kopieren

Laufleisten: Ganz nach oben, unten, links, rechts.

Mit dem mitgelieferten Programm ExtrMNU lassen sich von bestehenden Windowsprogrammen die Menüleiste kontextsensitive Menüs extrahieren.

olock.gif (2272 Byte)

 Konfiguration für mehrere Benutzer

Neue Menüs für Windows unterstützt verschiedene Konfigurationen für unterschiedliche Benutzer. Schon beim Start von Windows kann via Kommandozeile oder einer Login-Prozedur mit Paßwortabfrage eine individuelle Konfiguration ausgewählt werden. Der Benutzer kann externe Menüdateien, in seine Menüstruktur einbinden. Diese externen Menüdateien können in einem gemeinsamen Verzeichnis von einem Systemverwalter gepflegt werden. Damit die gemeinsam genutzten Untermenüs nicht aus Versehen gelöscht oder geändert werden können, lassen sie sich gegen Änderungen sperren.

Es können für verschiedene Benutzer verschiedene Restriktionen eingerichtet werden.

 Innere Werte

Im Gegensatz zu den meisten Windows-Shells hält sich der Ressourcenverbrauch von Neue Menüs für Windows in bescheidenen Grenzen und ist in etwa vergleichbar mit dem des Programm-Managers. In Zahlen: ca. 40 KB resident (nicht verwerfbar) und ca. 2% Systemressourcen (Minimum, d.h. ohne festgepinnte Menüs). Nachdem ein Menü aufgerufen und wieder geschlossen wurde, werden alle Ressourcen freigegeben; nur das Minimum, um ein Fenster am Leben zu erhalten, ist in Anspruch genommen.

Unter der Voraussetzung, daß mindestens ein Festplatten-Cache von 256 KB installiert ist, ist das Programm schon mit einem 286er bei 16 MHz einsetzbar. Neue Menüs für Windows läuft unter Windows Version 3.1 und höher. Meines Wissens werden alle Mäuse (MS Mäuse leider nur mit 2 Maustasten), Trackballs und Tabletts unterstützt. Auch auf Laptops ohne Maus läßt sich das Menü benutzen.